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(c) Startup Labor Schwedt

Preisverleihung der Startup Challenge Schwedt 2025 – Industrie im Wandel gestalten

Die Startup Challenge des Startup Labor Schwedt 2025, eine Initiative der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde stand ganz im Zeichen der industriellen Transformation hin zu Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft. 36 Projekte traten an, zehn Startup-Teams aus ganz Deutschland hatten in einem dreimonatigen Konzeptphase ihre Pilotprojekte entwickelt – von denen schließlich fünf Siegerprojekte ausgewählt und prämiert wurden.

Diese ausgezeichneten Innovationen zeigen eindrucksvoll, wie machbare, ökonomisch und ökologisch sinnvolle Wege für den industriellen Wandel in Ostbrandenburg und darüber hinaus aussehen können. Jedes Projekt adressiert aktuelle Transformationsaufgaben – von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien bis zu Kreislaufwirtschaft und digitaler Prozessoptimierung – und demonstriert unternehmerischen Mut sowie das Potenzial für regionale Wertschöpfung und gesellschaftliche Akzeptanz. Im Folgenden stellen wir die prämierten Startups und ihren Beitrag zur „Industriellen Transformation“ vor:

  • 📜 CeraSleeve® (Darmstadt, Hessen) – Mikroplastikfreie Papierverpackungen: Dieses Startup macht zuvor nicht recycelbare, nassfeste Papierverpackungen vollständig wiederverwertbar. Durch ein neuartiges mineralisches Additiv auf Silica-Basis ersetzt CeraSleeve herkömmliche fossile Kunststoffe in der Beschichtung. Damit wird ein bisher ungelöstes Verpackungsproblem angegangen und echte Kreislauffähigkeit erreicht. Das Pilotprojekt in Schwedt soll gemeinsam mit lokalen Papierherstellern zeigen, wie recyclingfähige Verpackungen in der Praxis produziert und wiederverwertet werden können – ein wichtiger Schritt für die Kreislaufwirtschaft in der regionalen Verpackungsindustrie.
  • 🧪 Cyclize (Stuttgart, Baden-Württemberg) – Plasmatechnologie für eine kreislauffähige Chemie: Cyclize nutzt eine patentierte Plasma-Technologie, um Abfall und CO₂ in wertvollen Synthesegas-Rohstoff zu verwandeln. Anstatt fossile Einsatzstoffe zu verbrennen, werden gemischte Abfallströme und Industrieemissionen stofflich recycelt und in Syngas für die chemische Industrie umgewandelt. Dadurch entsteht eine zirkuläre Kohlenstoffwirtschaft: weniger Müll, weniger Emissionen – und eine regionale Rohstoffversorgung, unabhängig von Erdöl und Erdgas. In Schwedt soll eine Pilotanlage unter realen Bedingungen erprobt werden, um die Skalierbarkeit dieser Netto-Null-Technologie direkt im Chemiepark unter Beweis zu stellen.
  • 🪨 Rement (Eggenstein-Leopoldshafen, Baden-Württemberg) – Beton-Recycling und CO₂-Speicherung: Rement hat ein innovatives Verfahren entwickelt, um abgebrochenen Beton in wertvolle neue Baustoffe zu verwandeln und dabei CO₂ zu binden. Mit sortenreinem Recycling werden aus Bauschutt unter anderem Kalkstein, Sand und Betonzusatzstoffe zurückgewonnen, während gleichzeitig CO₂ aus Industrie-Abgasströmen im Material eingelagert wird. So entsteht eine klimaneutrale Kreislaufwirtschaft für den Bausektor: Der weltweit größte Abfallstrom – Beton – wird zur Ressource, Emissionen werden reduziert, und die regionale Wertschöpfung steigt. In Schwedt soll erstmals demonstriert werden, wie dieses CCUS-Verfahren (Carbon Capture, Utilization and Storage) im industriellen Maßstab funktioniert – ein wichtiger Schritt für die großtechnische Umsetzung dieser Technologie.
  • Decarbon1ze revolutioniert als Berliner Startup die Energiewirtschaft: Mit einer softwaregesteuerten Lösung vernetzt es verschiedene Energiequellen zu virtuellen Bilanzierungsgebieten. Die Technologie ermöglicht flexible und effiziente Ressourcennutzung, etwa durch die Wahl des günstigsten Stromanbieters an öffentlichen Ladepunkten oder die Nutzung von Eigenstrom. So wird die regionale Energieautonomie gestärkt und die Transformation zu einem digitalen, dezentralen Energiesystem vorangetrieben. Durch die Startup Challenge Schwedt im Windland Uckermark arbeitet Decarbon1ze mit Partnern wie Enertrag SE und Wobag Schwedt an konkreten lokalen Projekten.
  • Das Unternehmen Natura Materia (Buchloe, Bayern) stellt vollständig recycelbare Isolierverpackungen her. Ohne Einsatz von Kunststoffen und aus 100% Papier. Mit einem aktuellen Großkunden ist bereits von Anfang an ausgelastet, hieß es bei der abschließenden Präsentation. Die dafür notwendige Fertigungslinie soll im kommenden Frühjahr im Reallabor der LEIPA Group-Papierfabrik aufgebaut werden und bereits im Mai 2026 an den Start gehen. Natura Materia rechnet nach eigenen Angaben damit, für die Anlage neun Arbeitsplätze zu schaffen.

Diese fünf prämierten Startup-Projekte verdeutlichen gemeinsam, wie die industrielle Transformation in Ostbrandenburg gestaltet werden kann – innovativ, kollaborativ und wirkungsorientiert. Jedes Projekt leistet einen spezifischen Beitrag, sei es durch ressourcenschonende Kreislaufprozesse, CO₂-Reduktion, digitale Effizienzsteigerung oder die Nutzung erneuerbarer Energien. Zusammen ergeben sie ein stimmiges Bild einer zukunftsfähigen Industrie, in der Wirtschaftlichkeit und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen.

  • 🧬 Nicht prämiert, aber preisverdächtig:
    • in ihrem unternehmerischen Mut ist ebenfalls das nominierte Unternehmen STOFF2 (Berlin). Es möchte grünen Wasserstoff rund um die Uhr liefern: Das Startup STOFF2 adressiert die Herausforderung der Flexibilisierung erneuerbarer Energie für die Industrie. Ihre Lösung kombiniert Energiespeicher und Elektrolyse, um Überschuss-Ökostrom binnen vier Stunden zu speichern und anschließend 24/7 grünen Wasserstoff zu produzieren. Damit wird saubere Energie auf Abruf verfügbar und zuverlässig in alle Sektoren gebracht – ein Schlüsselfaktor für eine klimaneutrale Zukunft der regionalen Industrie. Gerade für Schwedt, Heimat der PCK-Raffinerie, ist grüner Wasserstoff ein zentraler Baustein des Strukturwandels. Das Projekt will zeigen, wie die Transformation eines ehemals fossil geprägten Standorts gelingen kann: Durch flexible Energiespeicher und kontinuierliche Versorgung können energieintensive Betriebe wie Raffinerien oder Chemiewerke schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt werden.
    • ❄️ Factor4Solutions GmbH (Berlin) – Digitale Energieeffizienz für die Industrie: Das Team von Factor4Solutions konzentriert sich auf intelligentes Kühlsystem-Management. Ihre Lösung digitalisiert und optimiert industrielle Kühlanlagen in Echtzeit mittels virtueller Zwillinge, wodurch der Energieverbrauch um bis zu 40 % gesenkt werden kann. Oft amortisiert sich die Technologie innerhalb eines Jahres. Dieses Beispiel zeigt, wie energieintensive Prozesse smarter und nachhaltiger gestaltet werden können: Effizientere Kühlung bedeutet weniger Strombedarf, geringere CO₂-Emissionen und Kosten – ein echter Hebel für Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit in Branchen wie Raffinerien, Papierherstellung oder Rechenzentren. In Schwedt könnte eine solche Installation als Leuchtturmprojekt dienen, das die Attraktivität des Industriestandorts für neue, kühlintensive Investitionen steigert.

Nicht nur lokal, sondern auch für Brandenburg, Deutschland und Europa haben diese Ansätze Modellcharakter. Stadt Schwedt/Oder entwickelt sich mit solchen Pilotprojekten zu einem Reallabor und wird Vorreiter für klimafreundliche Industrieinnovationen.

❗ Das Bündnis Pro Wirtschaft begrüßt diesen unternehmerischen Pioniergeist. Weiter!denken ist hier Programm: Durch Vertrauen in neue Technologien und enge Zusammenarbeit von Startups, etablierten Unternehmen, Wissenschaft und Politik entstehen praktische Lösungen, die den Strukturwandel greifbar machen. Die ausgezeichneten Projekte der Startup Challenge Schwedt 2025 zeigen, dass der Wandel zu einer wettbewerbsfähigen, klimaneutralen Industrie machbar ist – und dass Ostbrandenburg eine Schlüsselrolle in diesem Prozess einnehmen kann.

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