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Klimaneutral bis 2050? Rüdersdorf baut Kavernenspeicher im Salzgestein

Der Energiedienstleister EWE schafft beim Speichern von Wasserstoff Fakten: In Rüdersdorf bei Berlin baut das Unternehmen in rund 1.000 Metern Tiefe einen Kavernenspeicher im Salzgestein, um dort erstmalig 100 Prozent Wasserstoff einzuspeichern. Baubeginn ist Anfang 2021. Damit startet EWE ein Forschungsprojekt zur sicheren Speicherung von Wasserstoff und nimmt eine Vorreiterrolle in Europa ein. Der Bau der 500 Kubikmeter großen Testkaverne  – sie hat mit 500 Kubikmetern etwa das Volumen eines Einfamilienhauses –  dauert voraussichtlich 18 Monate. „Wir erhoffen uns in der zweiten Jahreshälfte 2022 insbesondere Erkenntnisse darüber, welchen Reinheitsgrad der Wasserstoff nach dem Ausspeichern aus der Kaverne hat. Dieses Kriterium ist besonders wichtig für die Wasserstoffanwendung im Mobilitätssektor“, so Stefan Dohler, EWE-Vorstandsvorsitzender. Bei dem Projekt kooperiert EWE mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme in Oldenburg untersucht unter anderem die Qualität des Wasserstoffs während des Speicherns und nach der Entnahme aus der Kaverne.
 
Das Investitionsvolumen des Projektes mit dem Namen HyCAVmobil beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro – vier Millionen davon sind EWE-eigene Mittel. Die restliche Summe erhalten EWE und das DLR im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie als Förderung vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.
   
Auch in Rüdersdorf besitzt EWE Kavernen und speichert dort seit dem Jahr 2007 Erdgas. Wie alle Kavernen, die in unterirdischem Salzgestein angelegt werden, entsteht auch der Hohlraum der Testkaverne durch Ausspülen des Salzgesteins mit Frischwasser.
 
Wasserstoff ist ein Gas, das durch erneuerbare Energien aus Wasser gewonnen werden kann. Anders als zum Beispiel aus Wind oder Sonnenlicht erzeugter Strom kann dieses erneuerbare, grüne Gas dann gespeichert und wieder transportiert werden. „Das heißt, erneuerbare Energien können zukünftig in Form von Wasserstoff großtechnisch gespeichert werden. Wasserstoff ist damit ein flexibler Energieträger und kann zum Einsatz kommen, wenn er gebraucht wird. Damit ist grüner, aus erneuerbaren Energien erzeugter Wasserstoff eine unverzichtbare Komponente, um gesteckte Klimaziele zu erreichen und um die drei Sektoren Strom, Mobilität sowie Wärme zu koppeln“, so Paul Schneider, EWE-Wasserstoffbotschatfer.
 
Mit Blick auf das Ziel, Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 zu erreichen erklärte Stefan Dohler: „Unser Planet und seine Bewohner brauchen Innovationssprünge in neue Technologien. EWE setzt diesbezüglich darauf, Projekte pragmatisch und zügig umzusetzen. Als ambitionierter Wasserstoff-Versorger, der über die eigene Region hinaus wirkt, sucht sich EWE dafür geeignete Partner aus Industrie und Wirtschaft, um den Wasserstoff-Markt auf der Angebots- wie auf der Nachfrageseite aufzubauen.
 

EWE | 12/2020

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