NEUIGKEITEN

Wie sieht die Logistiklösung der Zukunft aus? EUBA LOGISTIC GMBH macht in der Uckermark sichtbar, was vielerorts nur diskutiert wird

Die Uckermark auf der internationalen Landkarte der Transport-Innovationen

EUBA Logistic macht in der Uckermark sichtbar, was vielerorts noch diskutiert wird: Fernverkehr-E-Lkw im realen Betrieb, mit eigener Lade- und Energielösung am Standort. Mit dem Besuch von Volvo-CEO Roger Alm 2023 wurde Angermünde für einen Moment zur Bühne internationaler Transportinnovation – getragen von regionaler Unternehmerleistung.

Von Angermünde als „rollende Botschafter“ in die Welt – und nach Ostbrandenburg zurück

EUBA Logistic GmbH wurde 1949 in West-Berlin gegründet und kann 2025 auf eine 76-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Heute ist der Firmensitz in Angermünde (Uckermark, Brandenburg), wo EUBA zu den größten Arbeitgebern gehört. Das Unternehmen beschäftigt über 150 Mitarbeiter und verfügt über einen Fuhrpark von mehr als 100 Lastwagen. Diese Lkw legen im Jahr rund 14 Millionen Kilometer zurück und kehren dabei immer wieder in die Heimatregion zurück. EUBA betreibt eine internationale Spedition mit Spezialisierung auf den Transport von Papier sowie weiteren Gütern wie Getränken, Holz und Stahl. Dank eines ausgeklügelten Logistiksystems sind Leerfahrten selten, wodurch Waren – vor allem Papier für Fabriken in ganz Deutschland – effizient und terminsicher ans Ziel gelangen.

Das Unternehmen ist fest in der Region verwurzelt und legt Wert auf Zuverlässigkeit, soziale Verantwortung und Mitarbeiterfürsorge. So unterstützt EUBA lokale Musik- und Sportveranstaltungen und engagiert sich für Kinder und Senioren in der Uckermark. Auch die Verbundenheit zur Heimat zeigt sich sichtbar: Viele Lkw von EUBA werben als „rollende Botschafter“ mit großflächigen Motiven für die Uckermark – sie tragen Bilder von Landschaften, regionalen Produkten und Angeboten in die Welt. Die Firmenphilosophie verbindet diese Heimatliebe mit moderner Innovation. Über 30 Jahre arbeitet EUBA bereits eng mit Volvo Trucks zusammen, was auf eine vertrauensvolle Partnerschaft hinweist. Geschäftsführer Ronald Garkisch, selbst studierter Fahrzeugbauingenieur, leitet die Firma seit 1999 und setzt auf langfristige Partner „wie eine große Familie“. Nach dem plötzlichen Tod des vorherigen Inhabers Anton Euba im Jahr 2017 übernahm Garkisch auch die Gesellschafterrolle und hat mit Kayth Kasel einen jungen Co-Geschäftsführer aus Angermünde an seiner Seite. Diese Nachfolge sichert die Zukunft des Traditionsbetriebs, der sich auch in schwierigen Zeiten behauptet hat.

EUBA bietet neben dem Transportgeschäft zusätzliche Leistungen an. Am 60.000 m² großen Hauptsitz gibt es ein Logistiklager zum Warenumschlag, eine Lkw-Waschanlage sowie eine firmeneigene Tankstelle. Bis 2005 war der Unternehmenssitz in Schwedt/Oder, ehe EUBA nach der Übernahme der insolventen Spedition Homlog nach Angermünde zog. Die modernen Sattelzüge von EUBA sind überwiegend mit Sattelaufliegern des Typs Schmitz Cargobull S.CS PAPER ausgestattet – optimiert für den sicheren Transport schwerer Papierrollen. Das Unternehmen beschäftigt auch Berufskraftfahrer-Nachwuchs: EUBA ist ein anerkannter IHK-Ausbildungsbetrieb und bildet in verschiedenen Bereichen aus. Die Fluktuation unter den Fahrern ist gering; sie sind Teil der “EUBA-Familie” und profitieren von vergleichsweise hohen Löhnen für die Region. Dieses Gesamtpaket aus regionaler Verbundenheit, moderner Technik und qualifizierten Mitarbeitern bildet die Grundlage für den nachhaltigen Erfolg der EUBA Logistic GmbH.

Projekt Elektro-LKW: Flotte, Erfahrungen und Herausforderungen

EUBA Logistic hat als eines der ersten Unternehmen Ostbrandenburgs eine Elektro-LKW-Flotte in Betrieb genommen und damit Pionierarbeit in der Logistik geleistet. Bereits Mitte 2023 präsentierte EUBA stolz den ersten eigenen vollelektrischen 40-Tonnen-Lkw von Volvo Trucks auf dem Firmengelände in Angermünde. Bei einem Event am 15. Mai 2023 wurde der glänzende E-Laster vor Gästen aus der Branche feierlich enthüllt. Dieser Volvo-Elektro-Lkw beeindruckt mit leistungsstarker Batterietechnologie, einer praxistauglichen Reichweite und deutlich geringeren Emissionen sowie Betriebskosten im Vergleich zu Diesel-Lkw. EUBA-Chef Ronald Garkisch betonte zur Premiere:

Dieser Schritt zeigt unser Engagement für eine nachhaltige und umweltfreundliche Logistiklösung. Wir sind fest davon überzeugt, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch langfristig wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.

Entsprechend kündigte EUBA schon damals an, in den kommenden Jahren weitere E-Lkw in die Flotte zu integrieren.

Tatsächlich hat EUBA die Elektrifizierung zügig vorangetrieben. Am 10. Oktober 2023 erfolgte die offizielle Übernahme des bereits dritten Volvo-E-Lkw im Fuhrpark. Zu diesem Anlass lud EUBA Vertreter aus Politik, Medien und Verwaltung ein, um die Schlüsselübergabe gebührend zu feiern. Prominenter Gast war Roger Alm, der CEO von Volvo Trucks aus Schweden, was die Bedeutung dieses Ereignisses unterstrich. Gemeinsam mit ihm reisten weitere Volvo-Manager an (u. a. Peter Ström, Henrik Appelbohm und Lukas Müller), um den neuen E-Laster persönlich zu übergeben. EUBA nutzte die Gelegenheit, um über die bisherigen Erfahrungen mit den ersten batterieelektrischen Lkw zu berichten. Geschäftsführer Garkisch hob die exzellente Zusammenarbeit mit Volvo Trucks hervor, dank der die Einführung der neuen Technik reibungslos verlief. Die Fahrer und Kunden ziehen demnach mit – die Akzeptanz für die leisen, emissionsfreien Fahrzeuge ist hoch. Auch die Leistung der E-Lkw bewährt sich im Alltag: Inklusive Zwischenladen können die vier bereits 2023 eingesetzten E-Lkw auf Fernverkehrs-Routen annähernd die gleiche Monatsfahrleistung erreichen wie Diesel-Lkw – etwa 10.000 km pro Fahrzeug. Dies zeigt, dass elektrischer Lkw-Transport auch auf langen Strecken machbar ist, sofern die Routen klug geplant werden.

Bis Anfang 2024 wuchs EUBAs Elektro-Flotte auf sechs Fahrzeuge an. Laut Volvo Trucks Fallstudie sind sechs weitere E-Lkw bereits bestellt. Stand Dezember 2025 sind Ende 2025 bereits neun Strom-Laster im Einsatz. Damit wäre dann rund jeder achte Lkw der EUBA-Flotte elektrisch – ein bemerkenswert hoher Anteil, verglichen mit dem Branchenstand. Dieses Wachstum wurde durch enge Partnerschaften ermöglicht: Volvo Financial Services unterstützte EUBA etwa bei der Finanzierung und Fördermittelbeantragung für die teuren Fahrzeuge. „Ohne die Unterstützung von Volvo hätten wir das gar nicht machen können“, betont Ronald Garkisch in diesem Zusammenhang. Tatsächlich übernimmt der Staat einen Teil der Mehrkosten von Elektro-Lkw über Förderprogramme, doch das Antragsverfahren ist komplex. Volvo half hier federführend – EUBA musste am Ende „im Grunde nur den Finanzierungsvertrag unterschreiben“. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig Kooperationen zwischen Mittelstand und Industrie bei Technologieinnovationen sind.

Neben den Fahrzeugen selbst investiert EUBA in die Ladeinfrastruktur. Auf dem Firmengelände in Angermünde wurde eine erste Schnellladesäule mit 300 kW Leistung und zwei Anschlüssen installiert. Geplant sind mindestens zehn solcher High-Power-Charger, um künftig eine wachsende E-Flotte parallel laden zu können. Besonders hervorzuheben ist, dass EUBA großen Wert auf grüne Energie legt: Eine eigene Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher auf dem Betriebshof versorgt die E-Lkw mit Strom. Dank dieser PV-Anlage ist EUBA heute zu fast 100 % strom-autark und kann den Fahrstrom selbst produzieren – ein ökologischer und ökonomischer Vorteil, der Dieselpreise und Netzstromkosten größtenteils umgeht. Allerdings stößt EUBA außerhalb des eigenen Hofes auf Herausforderungen. Ronald Garkisch beklagt, dass die öffentliche Ladeinfrastruktur in der Fläche noch unzureichend ist. Insbesondere im ländlichen Raum Ostbrandenburg und auf langen Autobahnabschnitten fehlen ausreichend Lkw-Ladestationen. Dieses Manko sei derzeit ein Hindernis für eine breitere Nutzung von E-Lkw im Gewerbe. Zwischenfazit: Die Technologie funktioniert, die Fahrzeuge bewähren sich – doch beim Laden unterwegs besteht Nachholbedarf. Hier appellierte EUBA im Rahmen der Fahrzeugübergabe auch an Politik und Industrie, die Anstrengungen beim Infrastrukturaufbau massiv zu intensivieren.

40t, 10.000 Kilometer im Monat, 100% elektrisch: Wandel und Vorbildfunktion

EUBA Logistic nimmt in Ostbrandenburg eine Vorreiterrolle im nachhaltigen Transport ein. Als regional verwurzeltes Unternehmen zeigt EUBA exemplarisch, dass der Wandel zur emissionsfreien Mobilität auch außerhalb der großen Metropolen möglich ist. Die Entscheidung, eine Elektro-Lkw-Flotte aufzubauen, hat Signalwirkung für die Wirtschaftsregion Ostbrandenburg. Sie beweist, dass im ländlichen Raum innovative Lösungen umgesetzt werden und keineswegs Stillstand bedeutet. Hier wird Zukunft gestaltet, nicht abgewartet.

Die regionale Bedeutung zeigt sich auch an der hohen Aufmerksamkeit, die EUBA für sein E-Truck-Projekt bekommt. Der Besuch von Volvo-CEO Roger Alm persönlich in Angermünde – weit ab von Göteborg oder Berlin – „verlieh dem Tag eine besondere Aura“, wie ein Bericht es ausdrückte. Alm würdigte damit EUBAs Engagement und machte deutlich, dass die Uckermark plötzlich auf der Landkarte der Transport-Innovationen steht. Die Veranstaltung am 10. Oktober 2023 bei EUBA wurde als „Meilenstein für die Logistikbranche und die gesamte Region“ bezeichnet. Die dort geknüpften Kontakte zwischen Unternehmern, Branchenvertretern und Politik sollen die Entwicklung der Logistik in den kommenden Jahren nachhaltig beeinflussen. EUBA fungiert somit als Leuchtturmprojekt: Es zieht Aufmerksamkeit auf Ostbrandenburg, schafft Wissenstransfer und ermutigt andere Unternehmen, ähnliche Wege zu gehen.

Zugleich hat der Einsatz der E-Lkw direkt positive Effekte für die Region. Die elektrisch betriebenen 40-Tonner verursachen keine lokalen Abgase – was die Luftqualität entlang ihrer Routen verbessert, gerade bei Fahrten durch Städte wie Schwedt oder Frankfurt (Oder). Auch der geringere Verkehrslärm der surrenden E-Motoren ist ein Plus für Anwohner und Fahrer. Zudem stärkt EUBA mit der neuen Technologie die eigene Wettbewerbsfähigkeit und damit die Beschäftigung im strukturschwachen Uckermark-Kreis. Die Strom-Lkw fahren mit regional erzeugtem Solarstrom, sodass Wertschöpfung in der Region bleibt statt für importierten Diesel abzufließen. Nicht zuletzt setzt EUBA ein Imagezeichen: Die bedruckten Planen der Lkw, die nun mit „100 % elektrisch“ werben, transportieren ein modernes, umweltbewusstes Bild der Uckermark nach außen. EUBAs Lkw waren schon immer „Grüße aus der Heimat“, die quer durch Deutschland fahren. Jetzt grüßen sie zusätzlich mit einer Botschaft der Nachhaltigkeit – und machen Ostbrandenburger Pioniergeist sichtbar.

Für andere Unternehmen der Region dient EUBA als praktisches Anschauungsbeispiel. Während abstrakte Klimaziele oft fern wirken, kann man in Angermünde ganz konkret erleben, wie der Schritt in Richtung klimafreundliche Logistik aussieht. Bei EUBAs 75-Jahr-Feier im Juli 2024 durften Gäste sogar selbst Probefahrten mit den neuesten Volvo-Elektro-Lkw auf dem Firmengelände unternehmen. Die Begeisterung der über 600 Anwesenden – darunter viele Branchenkollegen – war groß. Solche Erfahrungen vor Ort helfen, Berührungsängste abzubauen und machen Mut, es EUBA gleichzutun. Insofern strahlt EUBAs First-Mover-Initiative in die ganze Region aus: Sie beschleunigt den Wandel, weil sie zeigt, dass er machbar ist und Freude bereiten kann.

Elektromobilität in der Logistik – Daten und Fakten

Die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs steckt insgesamt noch in den Anfängen, gewinnt aber rasant an Fahrt. Ende 2022 waren EU-weit erst rund 4.000 Elektro-Lkw zugelassen – doch Experten prognostizieren einen regelrechten Hockey-Stick beim Wachstum. Laut einem Bericht von Arthur D. Little dürfte sich die Zahl der E-Lkw bis 2025 auf über 80.000 vervielfachen und bis 2030 fast 600.000 Einheiten erreichen. Diese Prognose spiegelt die ambitionierten Ziele der Hersteller wider: Volvo Trucks etwa will bereits 2030 50 % seiner Neufahrzeuge weltweit elektrisch verkaufen. Auch andere große Lkw-Bauer – Daimler (Mercedes-Benz Trucks), Traton (MAN/Scania) und weitere – haben ab 2024/25 Serienmodelle schwerer E-Lkw im Programm.

Ein Blick auf aktuelle Zulassungszahlen zeigt den Trend: 2023 lag der Anteil elektrisch aufladbarer Lkw an den Neuzulassungen in Europa noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bei den mittelschweren Lkw (3,5–16 t) waren es rund 5,2 % aller neuen Fahrzeuge, bei den schweren Lkw (>16 t) etwa 1 %. Doch diese Anteile wachsen schnell – in beiden Segmenten stiegen die E-Lkw-Neuzulassungen 2023 um weit über +200 % gegenüber dem Vorjahr. Deutschland ist derzeit europäischer Leitmarkt: Kein EU-Land hat 2023 mehr E-Lkw auf die Straße gebracht. In Deutschland wurden im Jahr 2023 1.560 mittelschwere und 609 schwere E-Lkw neu zugelassen, womit die Bundesrepublik bei beiden Kategorien führt. Zum Vergleich: 2022 waren es hierzulande erst 633 (Mittel) bzw. 171 (Schwer) – die Zuwächse betrugen also +146 % bzw. +256 %. Insgesamt nähern sich die E-Lkw-Zahlen einem Durchbruch: In immer mehr Fuhrparks tauchen erste Strom-Laster auf, zunächst oft in Pilotprojekten, doch zunehmend im Regelbetrieb. In der EU liegt der Anteil der Null-Emission bei schweren Lkw 2025 noch niedrig, aber steigend: Q1–Q3 2025: 1,6% (Q3: 2,1%). Global wurden 2024 über 90.000 elektrische Medium-/Heavy-Trucks verkauft, stark getrieben durch China).

Neben der Fahrzeugverfügbarkeit ist die Ladeinfrastruktur der entscheidende Erfolgsfaktor. Aktuell werden E-Lkw vor allem auf Betriebshöfen geladen (Depot-Ladung), was sorgfältige Planung erfordert. EUBA ist hier ein Beispiel: Man setzt auf eigene Schnelllader am Standort, weil öffentliche Megawatt-Lader entlang der Strecke noch rar sind. Deutschland und die EU arbeiten allerdings mit Hochdruck am Infrastrukturaufbau: Ab 2024 sollen erste MCS-Ladestationen (Megawatt Charging System) verfügbar sein, die Ladeleistungen von 1 MW und mehr ermöglichen – genug, um einen 40-Tonner in unter einer Stunde weitgehend zu laden. Ein Konsortium aus Industrie (u. a. Daimler, Volvo, Scania) hat unter dem Namen Milence angekündigt, bis 2027 europaweit mindestens 1.700 High-Power-Ladepunkte für Lkw aufzubauen. Gleichzeitig fördert die EU mit dem Alternative Fuels Infrastructure Gesetz den Aufbau von Ladehubs an Autobahnen im Abstand weniger 100 km.

Die politischen Rahmenbedingungen entwickeln sich generell zugunsten der Elektromobilität im Güterverkehr. In Deutschland sind E-Lkw über 7,5 t derzeit bis 2031 von der Lkw-Maut vollständig befreit. Dieser finanzielle Vorteil (die Mautkosten für Diesel-Lkw betragen bis zu 19 Ct/km) erhöht die Wirtschaftlichkeit von E-Trucks erheblich. Zudem können Spediteure Fördergelder für die Anschaffung abrufen: Über das „KsNI“-Programm des Bundes werden bis zu 80 % der Mehrkosten eines E-Lkw gegenüber einem Diesel sowie bis zu 80 % der Kosten für die Ladeinfrastruktur erstattet (gedeckelt nach bestimmter Förderrichtlinie). EUBA hat von solchen Programmen Gebrauch gemacht – mit Unterstützung des Herstellers bei der Antragstellung. Auf EU-Ebene gelten strikte CO₂-Flottengrenzwerte für Lkw, die bis 2045 eine Reduktion der Emissionen um 45 %, -65% bis 2035 und -90% bis 2040 gegenüber 2019 vorschreiben. Dieses Regulativ zwingt Hersteller zum Umstieg auf Null-Emissions-Technologien und beschleunigt das Angebot von E-Lkw am Markt. Nicht zuletzt signalisieren große Verlader und Logistikkunden verstärkt den Wunsch nach grünen Lieferketten, was den Druck auf die Transportbranche erhöht, emissionsfreie Lösungen anzubieten.

Trotz aller Fortschritte gibt es weiterhin Hürden. Die Anschaffungskosten eines E-Lkw sind noch immer etwa doppelt so hoch wie bei Diesel-Trucks, was ohne Förderung viele Betriebe abschreckt. Die Batterien sind schwer, wodurch bei 40-Tonnen-Lastern die Nutzlast leicht sinkt – allerdings hat die EU hier einen Ausgleich geschaffen und das zulässige Gesamtgewicht für emissionsfreie Lkw um 2 Tonnen angehoben. Auch die Reichweite pro Ladung (je nach Modell ca. 200–300 km bei Volllast) ist begrenzt, was eine vorausschauende Routenplanung mit Ladehalten erfordert. Im Alltag müssen neue Parameter (Ladezeiten, Ladesäulen-Verfügbarkeit) in die Disposition integriert werden, was anfangs zu Zielkonflikten mit gewohnten Abläufen führen kann. Ein operatives Hindernis ist zudem die fehlende Routine vieler Unternehmen im Energiebereich – das Know-how für den Aufbau und Betrieb von Ladeinfrastruktur muss oft erst erworben werden. Darüber hinaus sind die Lieferzeiten für neue E-Lkw derzeit lang, da die Nachfrage die Produktionskapazitäten der Hersteller bereits übersteigt. Nichtsdestotrotz überwiegen die Potenziale: E-Lkw stoßen 0 g CO lokal aus und können mit Ökostrom praktisch klimaneutral betrieben werden. Ihre Wartungskosten sind tendenziell geringer (weniger bewegliche Teile, kein Ölwechsel) und bei Eigenstromerzeugung oder günstigen Stromtarifen sinken auch die Energiekosten pro Kilometer. Zudem profitieren E-Lkw-Betreiber – wie gesehen – von Mautbefreiungen, Imagegewinn und einer gewissen „Zukunftssicherheit“ im Angesicht drohender Diesel-Fahrverbote oder -Mautaufschläge. Branchenexperten sind sich einig, dass die Elektromobilität im schweren Verkehr den Sprung vom Pilot zum Massenmarkt in den nächsten 5 bis 10 Jahren schaffen wird. EUBA Logistic zeigt bereits heute, dass dieser Sprung machbar ist.

Perspektiven und Handlungsempfehlungen (Bündnis weiter!denken)

Im Sinne des regionalen Bündnisses weiter!denken, das sich für zukunftsfähige wirtschaftliche Strukturen in Ostbrandenburg einsetzt, lassen sich aus EUBAs Erfahrungsbericht wichtige Lehren ziehen. Zum einen wird deutlich, welche wirtschaftspolitischen Voraussetzungen den Durchbruch klimafreundlicher Logistik begünstigen:

  • Förderung und Finanzierung: Investitionen in elektrische Lkw und Ladeinfrastruktur sind kostenintensiv. Staatliche Förderprogramme und steuerliche Anreize sind daher essenziell, um Unternehmen den Umstieg zu erleichtern. EUBA konnte nur dank Zuschüssen und der Unterstützung von Partnern die Mehrkosten stemmen. Für die Breite der Wirtschaft wäre eine Entbürokratisierung und Verlängerung solcher Förderungen wichtig, damit nicht nur First Mover profitieren. Auch Kreditprogramme der Banken und Hersteller-Finanzierungen (wie via Volvo Financial Services) spielen eine Rolle und sollten weiter ausgebaut werden.
  • Infrastruktur und Planungssicherheit: Die öffentliche Hand muss den Aufbau der Ladeinfrastruktur deutlich beschleunigen, besonders entlang wichtiger Logistikrouten und in Gewerbegebieten. EUBAs Beispiel zeigt, dass Unternehmen zur Not selbst Ladepunkte errichten – doch nicht jeder Mittelständler kann ein Netz von Schnellladestationen finanzieren. Hier braucht es öffentliche Infrastrukturprojekte und Kooperationen (etwa zwischen mehreren Firmen in einem Gewerbepark). Gleichzeitig wünschen sich Speditionen Planungssicherheit: klare Ansagen zum Ausbauplan (wo und bis wann Ladestationen verfügbar sein werden) und verlässliche Rahmenbedingungen wie die Verlängerung der Mautbefreiung für E-Lkw über 2025 hinaus. Die EU diskutiert bereits, emissionsfreie Lkw bis 2030 von Maut zu entlasten. Solche Signale gilt es aufzugreifen, um Unternehmen eine langfristige Amortisationsrechnung zu ermöglichen.
  • Netzinfrastruktur und Energie: Die Elektrifizierung des Schwerverkehrs erfordert auch Investitionen in die Stromnetze. Lokal müssen Netzanschlüsse an Depots verstärkt und Lastmanagement-Konzepte umgesetzt werden. Politik und Energieversorger sollten unkomplizierte Anschlussmöglichkeiten schaffen, etwa durch Förderungen für Trafo-Stationen in Unternehmen oder Standardisierungen bei Beantragungen. EUBA konnte mit eigener PV-Anlage und Speicher eine nahezu autarke Lösung schaffen. Doch nicht jedes Unternehmen hat diese Möglichkeit; daher sind grüne Stromprodukte für E-Lkw (z. B. spezielle Tarife oder Direktlieferverträge mit regionalen Ökostrom-Erzeugern) und Beratungsangebote im Energiebereich wichtige Bausteine.
  • Wissenstransfer und Beratung: Kleinere Firmen benötigen Orientierung, um den Schritt zur E-Mobilität zu wagen. Programme wie die “Leitfäden für E-Lkw” (z. B. herausgegeben von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur) sind gute Ansätze, um praxisnah Informationen zu vermitteln. In Ostbrandenburg könnte das Bündnis weiter!denken beispielsweise Workshops oder Pilotprojekte initiieren, in denen Pioniere wie EUBA ihre Erfahrungen teilen. Der Besuch von Branchenkollegen bei EUBA – wie beim Jubiläumsfest 2024 – hat gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch ist. Auch die Fuhrgewerbe-Innung und Kammern spielen hier eine Rolle, um Best Practices zu verbreiten und Vorbehalte abzubauen.
  • Ganzheitliche Strategie: Klimafreundliche Logistik erfordert ein Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen. Neben E-Lkw können auch andere Ansätze wie intermodale Verkehre, hydrierte Biokraftstoffe oder perspektivisch Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw Teil der Lösung sein – etwa für sehr lange Strecken. Die Politik sollte technologieoffen fördern, wo sinnvoll, jedoch klar priorisieren: Die größten Hebel liegen aktuell bei der batterieelektrischen Mobilität, wie die Marktreife zeigt. Ein konsistenter ordnungspolitischer Rahmen (CO₂-Preise, Emissionsvorgaben, ggf. Zero-Emission-Zonen) kann dabei helfen, Investitionen in die richtige Richtung zu lenken.

Was können andere Unternehmen konkret von EUBA mitnehmen? Vor allem den Mut, den ersten Schritt zu tun.

„Wir müssen etwas tun. Und wenn wir alle sagen: 'Lasst uns warten, bis der Nächste es tut', wird es niemand tun“,

mahnt Ronald Garkisch. EUBAs Erfolg basiert darauf, nicht auf Perfektion zu warten, sondern mit verfügbaren Mitteln zu starten und dabei Unterstützung zu suchen. Wichtig ist, früh Erfahrungen zu sammeln – selbst wenn anfangs nur ein einzelner E-Lkw angeschafft wird. Diese Erfahrungen sind Gold wert, wenn die Technik in den kommenden Jahren zum neuen Standard wird. Zudem zeigte sich bei EUBA, dass Mitarbeiter und Kunden den Wandel mittragen, wenn man sie einbindet: Die Fahrer wurden von Anfang an geschult und begeistert ins Projekt einbezogen, und Großkunden wie Papierfabriken sehen die Umstellung positiv im Sinne ihrer eigenen Nachhaltigkeitsziele.

Logistik im Wandel – Straße, Schiene, Wasser

Die Logistik der Zukunft wird nicht „nur elektrisch“ – sie wird systemisch: Straße, Schiene und Wasser müssen stärker zusammenspielen. Der Lkw bleibt dabei unverzichtbar, gerade in Flächenregionen, weil er die erste und letzte Meile zuverlässig abdeckt. Gleichzeitig zeigen die EU-Daten, wie groß die Aufgabe beim Verlagerungsziel ist: Betrachtet man die gesamte Transportleistung (Tonnenkilometer) in der EU, entfallen 2023 rund 25,3% auf die Straße, 5,5% auf die Schiene und 1,6% auf Binnenwasserstraßen (Seeverkehr dominiert mit 67,4%). Brandenburg bringt dafür gute Voraussetzungen mit – das Land beschreibt sich selbst als multimodal gut aufgestellt, und auch die Binnenwasserstraßen gewinnen wieder an Volumen (2024 wurden in Brandenburg fast 2 Mio. Tonnen Güter befördert, +18,3% ggü. Vorjahr). Für Unternehmen heißt das ganz praktisch: E-Lkw skalieren (wo Touren planbar sind), gleichzeitig Kombiverkehr über Terminals und Korridore ausbauen – und Wasser/Schiene dort nutzen, wo sie wirklich Traktion bringen. Genau hier passt EUBA ins Bild: als realitätsnaher Pionier auf der Straße – und als Impulsgeber, damit der multimodale Transport in Ostbrandenburg nicht Theorie bleibt, sondern Wettbewerbsfaktor wird.

EUBA Logistic aus Angermünde hat als First Mover in Ostbrandenburg Maßstäbe gesetzt. Das Unternehmen beweist tagtäglich, dass klimafreundliche Logistik machbar ist und sogar Mehrwert schafft – ökologisch wie ökonomisch. Die Region profitiert vom Pioniergeist dieses Mittelständlers und kann stolz auf die Strahlkraft sein, die von der Uckermark ausgeht. Wenn Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nun weiterdenken und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, können viele diesem Beispiel folgen. Dann wird Ostbrandenburg nicht nur Teil des logistischen Wandels, sondern einer der Vorreiter – ganz im Sinne von EUBA Logistic, das seine Fracht nun auch elektrisch in Bewegung bringt.

 

Zur Übersicht

Haben Sie Fragen?

Die mit * markierten Felder sind Pflichtfelder.